Wasser, Schatten, Abkühlung

Pressemeldung

SPD/Volt-Fraktion fordert Hitze-Offensive für Düsseldorf

Hitzeaktionsplan muss jetzt sichtbar werden – Krisenstab einberufen, Trinkwasserversorgung ausbauen und öffentliche Plätze besser schützen

Die anhaltenden Hitzewellen zeigen deutlich: Düsseldorf muss besser auf extreme Temperaturen vorbereitet sein. Zwar verfügt die Landeshauptstadt seit Ende vergangenen Jahres über einen Hitzeaktionsplan, doch viele der vorgesehenen Maßnahmen sind während der aktuellen Hitzewelle für die Menschen kaum sichtbar geworden.

Wir fordern deshalb eine umfassende Hitze-Offensive für Düsseldorf, die kurzfristige Sofortmaßnahmen mit einem beschleunigten Ausbau der öffentlichen Infrastruktur verbindet.

„Wir haben gerade die erste Hitzewelle hinter uns, die nächste ist schon angekündigt. Deshalb muss der Hitzeaktionsplan jetzt mit Leben gefüllt werden. Ein Konzept allein schützt niemanden. Entscheidend ist, dass die Maßnahmen im Ernstfall auch umgesetzt werden“, erläutert Ulrike Hora, Sprecherin im Ausschuss für Bevölkerungsschutz.

Nach unserer Auffassung gehört dazu auch, die im Hitzeaktionsplan ausdrücklich vorgesehene Einbindung des kommunalen Krisenmanagements konsequent zu nutzen. Bei außergewöhnlichen Hitzeereignissen sollte der Krisenstab der Stadt zusammentreten, die Lage bewerten und kurzfristig weitere Schutzmaßnahmen beschließen.

Hierzu zählen insbesondere:

* der Einsatz der bereits zur UEFA EURO 2024 erfolgreich eingesetzten 20 temporären Trinkwasserstationen der Stadtwerke,

* die Inbetriebnahme der vorhandenen Brumisateure (Sprühnebelanlagen),

* eine verstärkte Information über Trinkwasserangebote und kühle Aufenthaltsorte,

* sowie weitere kurzfristige Maßnahmen zum Schutz besonders gefährdeter Menschen.

„Extreme Hitze ist längst eine Herausforderung für den Bevölkerungsschutz. Deshalb sollte der Krisenstab immer dann zusammenkommen, wenn der Deutsche Wetterdienst vor außergewöhnlichen Hitzewellen warnt. Genau dafür sieht der Hitzeaktionsplan entsprechende Strukturen vor“, so Hora.

Hitze-Investitionsprogramm bis 2027

Neben den Sofortmaßnahmen fordern wir ein kommunales Investitionsprogramm zur Anpassung an den Klimawandel.

Konkret schlagen wir vor,

* 30 zusätzliche fest installierte Trinkwasserbrunnen zu errichten und damit ihre Zahl bis 2027 von derzeit rund 30 auf 60 zu verdoppeln,

* 20 weitere mobile Trinkwasserstationen anzuschaffen, sodass künftig insgesamt 40 temporäre Brunnen bei Hitzewellen eingesetzt werden können,

* zusätzliche Brumisateure an stark frequentierten Stadtplätzen einzurichten,

* Spielplätze und Aufenthaltsflächen mit Trinkwasserbrunnen, Sonnensegeln und weiteren Verschattungsmaßnahmen auszustatten,

* sowie weitere kühle Orte zu schaffen.

„Gerade dort, wo Kinder spielen, Familien ihre Freizeit verbringen oder viele Menschen unterwegs sind, brauchen wir Wasser, Schatten und Möglichkeiten zur Abkühlung. Vieles davon lässt sich kurzfristig umsetzen und dauerhaft etablieren“, erklärt Franca Bavaj, Sprecherin im Gesundheitsausschuss.

Europäische Vorbilder

Andere europäische Städte zeigen bereits, wie eine wirksame Hitzevorsorge aussehen kann. Rom verfügt mit seinen mehr als 2.500 öffentlichen Trinkwasserbrunnen über ein flächendeckendes Netz kostenloser Trinkwasserstellen. Wien baut seine 1.800 Trinkbrunnen sowie Sprühnebelanlagen und weitere Maßnahmen zur Abkühlung des öffentlichen Raums seit Jahren konsequent aus.

Wir schlagen deshalb vor, langfristig das Ziel eines flächendeckenden Netzes von 1.000 öffentlichen Trinkwasserbrunnen und einer konsequenten Verschattung von Spiel- und öffentlichen Plätzen für Düsseldorf zu entwickeln.

„Mit dem Klimawandel brauchen wir einen neuen Standard für den öffentlichen Raum. Kostenloses Trinkwasser, Schatten und Abkühlung müssen künftig genauso selbstverständlich sein wie Sitzbänke oder Straßenbeleuchtung. Düsseldorf hat einen Hitzeaktionsplan. Jetzt muss daraus ein echter Schutzplan für die Menschen werden“, so Bavaj abschließend.

Mit freundlichen Grüßen

SPD/Volt-Fraktion im Rat der

Landeshauptstadt Düsseldorf

Rathausufer 8